Als mir ein riesiger Rotkohl half weniger traurig zu sein...

September 16, 2015

Gewusst habe ich es schon lange, das dieser eine Tag kommen würde. Letzten Samstag war es nun so weit. Früh am morgen, ich stand unter der Dusche, rief meine Mama an. Als ich den Anruf sah, wusste ich, es ist dieser Anruf, auf den ich eigentlich schon die letzten Tage gewartet habe. Ich wusste es alleine schon deswegen, weil meine Mama mich niemals so früh am Samstagmorgen anrufen würde. Ein bisschen habe ich gehofft, es ist nicht dieser Anruf, nicht dieser Tag ist aber ein kurzer Rückruf machte all meine Hoffnungen zu Nichte. Ein lieber Mensch ist aus meinem Leben gegangen. Sie war sehr krank und dort wo sie jetzt ist geht es ihr bestimmt besser. Und obwohl ich wusste, dass dieser Tag kommen würde, hatte ich immerzu gehofft, das es noch etwas dauert. 





















































In den letzten Monaten habe ich nicht mehr den Mut gefunden diesen lieben Menschen zu besuchen. Zu sehen, wie die Krankheit sie immer mehr und mehr zerstörte. Allein die ständigen "Updates" durch meine Eltern waren unerträglich, kaum vorstellbar. Jetzt ist sie nicht mehr da und ich sehr traurig. Dennoch weiß ich, dass es für sie das Beste ist. Und ich glaube auch, dass sie mir nicht böse ist, dass ich sie nicht mehr besucht habe. Dafür hat sie in den letzten Stunden ihres Lebens gesorgt und mir so etwas wie ein Zeichen hinterlassen. 

Aber trotzdem ist es schwer sich an den Gedanken zu gewöhnen. 

Am Sonntag habe ich einen riesigen Rotkohl eingekocht, das hat Stunden gedauert. Stunden, in denen ich mich an lauter schöne Dinge erinnert habe. Als ich als Kind bei ihr war und immer die knallig roten Nagellacke ausprobieren durfte. Oder als sie gegen den Willen meiner Eltern mir einfach einen Wellensittich zum Geburtstag geschenkt hat. An das Gespräch, das wir geführt haben, kurz nach dem sie die Diagnose und das Wissen eines nahen Endes hatte. Und noch so viele andere Dinge. Und ja, danach ging es mir besser und ich wusste, dass ich lernen werde damit zu leben.

Machs gut, wo auch immer Du jetzt bist...

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